Buchmesse und Abschied nehmen

In dieser Woche hieß es, Abschied nehmen von Helsinki. Am Freitag war offiziell mein letzter Praktikumstag, mein Flug zurück nach Deutschland ging gleich am Samstagmorgen.

In meiner letzten Woche stand auch gleichzeitig mit das größte Ereignis an: die Buchmesse in Helsinki.

Die Deutsche Bibliothek hatte dort ihren eigenen Stand, an dem sie verschiedene Bücher, Flyer und Broschüren präsentierte.

Am Stand der Deutschen Bibliothek: Hier fanden später am Nachmittag noch ein Interview und eine Sprachdusche statt.

Die Buchmesse ging insgesamt von Donnerstag bis Sonntag, jedoch kann ich nur die ersten beiden Tage miterleben, denn am Sam 7stag heißt es für mich auch schon Abschied nehmen.

Die Messe wurde auch dafür genutzt für das nächste große Ereignis der Bibliothek zu vermarkten: „Krimi Helsinki“.

Für Krimi Helsinki sind die Autoren Veit Heinichen, Petra Ivanov, Gerhard Langer und Max Seeck eingeladen. Sie werden im Festsaal der Finnischen Literaturgesellschaft aus ihren Büchern lesen und Interviews geben. Auf der Messe wurden dafür bereits erste Karten verkauft.

Um 14.30 Uhr fand ein Interview mit dem Autor Lauri Hokkinen, der über seine Werke sprach.

Neben der Deutschen Bibliothek machten auch die Botschaften der Schweiz, Österreichs und Deutschland Werbung sowie die Aue-Stiftung. Das Goethe-Institut arbeitete ein kleines Programm. Die Besucher der Messe konnten dort verschiedene Quiz – die „Sprachdusche“ – ausprobieren zum Thema Deutschland und die deutsche Sprache allgemein.

Flyer, Lesezeichen, Sticker, Schlüsselbänder, Flaggen und sogar Karten von Deutschland – das alles konnten die Besucher der Buchmesse vom Stand der Deutschen Bibliothek mitnehmen.

In meiner letzten Woche unternahm ich noch einige letzte Touren durch Helsinki. Ich erkundete zum letzten Mal den Hafen, besuchte die Kathedralen von Helsinki und verabschiedete mich schweren Herzens von der Deutschen Bibliothek.

Ein letzter Blick auf den Hafen von Helsinki
Vanha Kauppahalli – die Marthalle direkt am Hafen
Uspenski-Kathedrale
Dom von Helsinki
Goldene Blätter am Sibelius-Denkmal
Die Inseln vor Helsinki
Die Deutsche Bibliothek von außen

Es fiel mir schwer, von Helsinki und den Leuten dort Abschied zu nehmen. Ich wäre gerne noch ein paar Wochen länger geblieben.

Am Freitagabend räumte ich hauptsächlich die letzten Sachen zusammen und packte alles in meinen Koffer. 

Am Samstag stand ich um kurz vor sieben Uhr auf, um noch einige Kleinigkeiten in der Wohnung zu erledigen, die ich Freitag nicht mehr geschafft habe. Pünktlich zwei Stunden vor dem Abflug 11:25 Uhr kam ich am Flughafen an. 

Der Flug an sich war um einiges unruhiger als mein Hinflug, es gab einige Turbulenzen, die uns aber zum Glück nicht aus der Bahn warfen.

Wieder in Deutschland angekommen, wurde ich mit sonnigen 20ºC begrüßt, die ich in meinen dreilagigen Outfit, meiner dicken Winterjacke und meinen Winterschuhen nicht so sehr genießen konnte. Aber was tut man nicht alles, um ein paar Gramm Koffergewicht zu sparen.

Insgesamt bewerte ich den Trip absolut positiv und würde jedem raten, ebenfalls ein Auslandspraktikum zu wagen.

Vor allem Helsinki mit seinen modernen Bibliotheken, der gut ausgebauten Infrastruktur und seinen schönen Sehenswürdigkeiten ist definitiv empfehlenswert.

So vieles zu planen…

Nur noch ein paar Tage dann fängt in Helsinki die alljährliche Buchmesse an.

In der Deutschen Bibliothek fangen die letzten Vorbereitungen für die Messe an. Hauptsächlich geht es um die Planung des Standes. Um dies zu besprechen, besuchten auch einige Mitglieder des Vorstandes öfters die Bibliothek.

Es wird einen Bildschirm geben, auf dem die wichtigsten Informationen über die Bibliothek und Bilder von Veranstaltungen ablaufen sollen.

Des Weiteren wird ein Regal aufgebaut, in dem verschiedene Beispiele von Medien aus der Bibliothek aufgestellt sein werden. Diese Exemplare wurden diese Woche von uns Praktikantinnen zusammengestellt und rausgesucht. Dafür haben wir verschiedene Sachbücher, Krimis, Romane, Hörbücher und Comics ausgewählt, die alle recht interessante Cover haben und möglichst neu erschienen sind.

Die Kiste mit den ausgesuchten Medien

Natürlich mussten auch Plakate mit dem Logo der Bibliothek und all ihren Sponsoren erstellt werden. Diese stellten wir mit Indesign her.

Aber auch andere Veranstaltungen, die die Bibliothek in den nächsten Wochen abhalten wird, sollten beworben werden. So erstellten wir zum Beispiel einen Flyer für das Kasperletheater, das Ende November stattfinden wird.

Aber nicht nur Veranstaltungen müssen beworben werden. Auch die Bibliothek selbst soll möglichst bekannt gemacht werden.

Dafür hat die Deutsche Bibliothek einen eigenen Instagram-Account, auf dem sie viele verschiedene Fotos hochstellt. Zum Beispiel werden die Veranstaltungen vorgestellt oder die Neuerwerbungen beworben.

Zusammen mit der zweiten Praktikantin der Deutschen Bibliothek haben wir einige Fotos unter dem Trend #bookface konstruiert.

Beim Bookface-Trend geht es darum ein Buchcover mit einem Gesicht oder Körperteil so an seinen eigenen Körper zuhalten, dass die beiden zusammenpassen. Hier ein Beispiel dafür.

Um den Bibliotheksnutzern eine kleine Leseanregung bei ihrem Besuch zu geben, werden in der deutschen Bibliothek gerne ein paar einzelne Bücher extra ausgestellt. Neben dem Tisch für alle Neuerwerbungen am Eingang der Bibliothek gibt es weiter hinten auch ein Fensterbrett für die kleineren „Ausstellungen“.

Bücher in gelb-orangen Herbstfarben

Neben all den Werbeaktionen gibt es in der Bibliothek selber ein paar kleine Veränderungen. In einer Aussonderungsmaßnahme schafften wir es, alle alten Schallplatten der Bibliothek loszuwerden. Jetzt müssen die Platten nur noch zum Käufer gebracht werden.

Das Chaos bei den Schallplatten

Auch neben der Arbeit habe ich noch nicht genug von Bibliotheken. Ich hatte bereits einige Führungen in den Öffentlichen Bibliotheken und der Universitätsbibliothek, doch alle konnte ich natürlich noch nicht sehen.

Die Bibliotheken in Helsinki sind ziemlich beeindruckend, doch am meisten beeindruckt wahrscheinlich die neue Oodi-Bibliothek.

Die Oodi sieht nicht nur von außen etwas futuristisch aus, sondern ist auch drinnen modern eingerichtet. Die Bücher stehen dabei zwar nicht mehr so sehr im Vordergrund, doch dafür gibt es 3D-Drucker,Nähmaschinen, viele Gruppen- und Lernräume sowie jede Menge Platz zum Spielen für die Kinder.

Trotz der vielen Sitzmöglichkeiten (und zwar nicht nur langweilige Stühle, sondern auch Sitzkissen, Sofas und Schaukelstühle) ist die Oodi Bibliothek eher kein geeignter ruhiger Ort zum Entspannen – dafür ist es einfach zu wuselig und überlaufen.

Ein guter Ort zum Entspannen – falls man einen Platz bekommt – ist dafür das Café Regatta. Das süße kleine Café ist nur eine kurze Tramfahrt vom Hauptbahnhof entfernt und ein echtes Highlight. Nicht nur, dass es hübsch aussieht, man findet dort auch die besten Zimtbrötchen in ganz Helsinki.

Das Café Regatta

Ein Grund für seine Beliebtheit ist wahrscheinlich jedoch auch die Tatsache, dass das Café nur wenige Meter vom berühmten Sibelius-Denkmal entfernt ist.

Das Sibelius-Denkmal wurde für den berühmten Komponist Jean Sibelius gebaut. Das Kunstwerk der Bildhauerin Eila Hiltunen sieht aus als hätte man hunderte Orgelpfeifen zusammengeschweißt.

Unter dem Sibelius-Denkmal gibt es einen interessanten Blick auf den Himmel.

In der Universitätsbibliothek und in Turku

Für uns Praktikanten der Deutschen Bibliothek gab es diese Woche eine kleine Führung durch die Kaisa-Universitätsbibliothek.

Direkt vom Eingang aus hat man einen guten Blick auf die Innenarchitektur des Hauses. Das Haus wurde erst vor sieben Jahren erbaut. Die Architekten erhielten für ihr Projekt 2013 den Staatspreis für Architektur.

Das Innere der Kaisa Kirjasto

Die Bibliothek sollte vor allem ein ruhiger Lernort für die Studenten sein, daher wurden die einzelnen Bereiche der Bibliothek mit Lautsprecher-Symbolen versehen, die angeben, wie laut oder leise man sich gerade verhalten darf. Allerdings achtet kaum jemand auf diese Symbole, den selbst in Bereichen, in denen laute Gespräche erlaubt sind, wollen die Studenten Ruhe haben.

Im Sommer ist der Balkon ein beliebter Lernplatz für die Studenten…
… wenn sie bei dem Ausblick auf den Dom nicht zu sehr abgelenkt werden.

Zurück in der Deutschen Bibliothek wartet viel Arbeit auf uns. Es gibt zurzeit vor allem viele Neuerwerbungen, die bearbeitet werden müssen.

Das Katalogisierungssystem ist zwar nicht ganz so kompliziert wie das der Freien Universität, jedoch gibt es in der Deutschen Bibliothek ein paar zusätzliche technische Bearbeitungen. Für mich persönlich neu ist dabei die Behandlung von Kinderbüchern. Diese werden in die verschiedenen Altersgruppen eingeteilt, zum Beispiel: gelb für „ab 3 Jahre“ oder orange für „ab 6 Jahre“.

Eine andere Neuheit ist, dass jedes Buch eine zusätzliche physische Karteikarte mit Signatur, Barcode, Titel und Verfasser erhält. Diese Karteikarte verzeichnet alle Ausleihen des Buches.

Dank des neuen Bibliothekssystems, das die Deutsche Bibliothek seit diesem Herbst hat, könnten diese Karten bald abgelöst werden, für den Übergang sollen sie jedoch noch bleiben.

Das neue Bibliothekssystem vereinfacht allerdings nicht immer alles. So saßen wir diese Woche eine gefühlte Ewigkeit an der Aufnahme einer Zeitschrift, die nicht aufgenommen werden wollte. Von einer Sekunde auf die nächste klappte es dann plötzlich trotzdem, ohne dass wir rauskriegen konnten, wo vorher das Problem lag.

Die Bibliothekssysteme scheinen also selbst im modernen Finnland ihre Pannen zu haben.

Außerhalb der Bibliotheksarbeit war meine Woche recht gefüllt. Ich besuchte das Helsinki City Museum, in dem sowohl die Geschichte Helsinkis als auch das alltägliche Leben der Einwohner betrachtet wird.

Für alle Fischliebhaber fand am Mittwoch der Fischmarkt am Hafen statt. Selbst ohne Fisch zu mögen, war es beeindruckend die vielen Fischerkutter im Hafen von Helsinki zu bestaunen.

Weitere kleinere Museen, bei denen sich ein Besuch lohnt, sind das Zeitungs- und das Architekturmuseum. Beide sind in der Nähe der Deutschen Bibliothek, so dass es sich anbot, nach der Arbeit dort vorbeizuschauen.

Am Wochenende besuchte ich Turku, die älteste Stadt Finnlands. Turku war bis 1812 auch Hauptstadt Finnlands, bis Helsinki diesen Titel übernahm.

Vom Hauptbahnhof in Helsinki aus war es eine zweistündige Zugfahrt bis Turku, was sich aber definitiv gelohnt hat.

Ursprünglich war ich auf ziemlich schlechtes Wetter eingestellt. In Finnland findet zwar zurzeit ein typischer „goldener Herbst“ statt, das heißt viele bunte Blätter und sogar etwas Sonne, aber dafür ist es eisig kalt.

Für den Samstag war eigentlich Regen angesagt, weswegen ich mir spontan ein paar Kunstmuseen in Turku rausgesucht hatte, die ich besuchen konnte, falls es draußen zu ungemütlich wurde. Doch meine Sorgen waren unbegründet – als ich in Turku ankam herrschte strahlender Sonnenschein. Erst später am Nachmittag ließen sich einige dunkle Wolken blicken, geregnet hat es während meines Aufenthalts trotzdem nicht.

Deswegen besuchte ich statt der Kunstmuseen den Domplatz und spazierte entlang des Ufers des Flusses Aurajoki, der durch Turku verläuft.

Die Skulptur „Harmonia“ vom deutschen Bildhauer Achim Kühn

Trotzdem durfte ein Besuch in der Burg von Turku nicht fehlen.

Eingang zur Burg

Die Burg wurde Ende des 13. Jahrhunderts von den Schweden gebaut. Heute können Besucher sowohl eine Mittelalter- und Renaissance-Ausstellung, als auch ein Museum zur allgemeinen Geschichte der Burg besichtigen.

Ein Besuch dort ist definitiv empfehlenswert. Die 5 Stunden, die ich für meinen Ausflug eingeplant hatte, vergingen wie im Flug.

Zu Besuch bei den Rentieren und in Porvoo

In der letzten Woche gab es einiges zu planen. Am Dienstag besuchte ich das Goethe-Institut, wo mir zusammen mit einer weiteren Praktikantin der Deutschen Bibliothek die Bibliotheksabteilung vorgestellt wurde.

Am Donnerstag gab es eine weitere Lesung der Schweizer Autorin Barbara Schibli aus ihrem ersten Buch „Flechten“, zu der jede Menge Besucher kamen. Die Schweizerische Botschaft unterstützte den Abend mit Essen und Getränken.

Gleich am Tag danach hatte der Verband der Finnisch-Deutschen Vereine, der eng mit der Bibliothek zusammenarbeitet, eine Veranstaltung zu seinem Austauschprogramm. Dabei trafen sich die Austauschschüler, die für vier Monate in ganz Finnland leben und zur Schule gehen, in Helsinki.

Es war ein Besuch im Nationalmuseum geplant, wo den Schülern mit einer einstündigen Führung ein kleiner Überblick über Finnlands Geschichte gegeben wurde. Anschließend gab es eine gemütliche Besprechung mit Keksen und Tee in der Bibliothek. Die Gastschüler aus Deutschland konnten dort über ihre bisherigen Erfahrungen und auch eventuellen Probleme berichten.

Eine Elch-Skulptur im Nationalmuseum…
… und echte Rentiere im Nuuksio Reindeer Park

Am Wochenende besuchte ich den Rentierpark im Nuuksio Nationalpark. Dort durften die Rentiere mit Flechten gefüttert werden.

Anschließend konnte man sich in dem Tipi-Zelt des Rentierparks mit Tee oderKaffee versorgen und am Feuer Stockbrot rösten.

Am Sonntag hatte ich einen Besuch in Porvoo geplant. Die zweitälteste Stadt Finnlands liegt nur eine gute Stunde Busfahrt von Helsinki entfernt und ist wirklich einen Besuch wert.

Die berühmten roten Häuser Porvoos am Flussufer
Selbst das Haus des finnischen Nationaldichters Johan Ludvig Runeberg konnte man besuchen.

Auf der Deutschmesse

In meiner mittlerweile schon vierten Woche in Helsinki stand die alljährliche Deutschmesse auf dem Plan.

Die Messe fand in der Deutschen Schule statt. Dort wurden mehrere Workshops und eine Podiumsdiskussion zum Thema „Bedeutung der deutschen Sprache in Finnland“ angeboten. Zwischendurch können die Teilnehmer der Messe an den Ständen von verschiedenen Organisationen vorbeischauen. So waren beispielsweise das Goethe-Institut, Lidl, die deutsche, österreichische und schweizerische Botschaft sowie verschiedene Verlage mit einem Stand vertreten.

Natürlich durfte da auch die Deutsche Bibliothek nicht fehlen.

Der Stand der Deutschen Bibliothek

Bereits Freitagnachmittag fanden erste Vorbereitungen statt. Die Tische mussten aufgestellt werden, Plakate für die Workshops wurden verteilt und verschiedene Snacks und Getränke für die Teilnehmer wurden gekauft.

Samstagmorgen bauten wir die letzten Kleinigkeiten an unserem Stand auf. Es gab ordentlich Material, wie zum Beispiel das Veranstaltungsprogramm, neue Broschüren, Lesezeichen und Informationsblätter für den österreichischen Lesekreis, der in der Deutschen Bibliothek abgehalten wird, sowie die „Krimi Helsinki“-Veranstaltung.

Es war definitiv eine interessante und aufregende Erfahrung für mich mal auf der anderen Seite des Standes auf einer Messe zu stehen.

Für die nächste Woche steht eine weitere Autorenlesung sowie mein nächster und letzter Besuch aus Deutschland an. Dafür habe ich einen Trip nach Porvoo, der zweitältesten Stadt Finnlands, und einen in den Rentierpark in Espoo geplant.

In den Bibliotheken Helsinkis

Im Rahmen meines Praktikums organisierten meine Kollegen mir einige Führungen in die öffentlichen Bibliotheken Helsinkis.

Meine erste Führung war in der Sello Bibliothek in Espoo.

Die Sello Bibliothek verfügt über einen beeindruckenden Makerspace. Ein Makerspace ist sozusagen eine offene Werkstatt in der Bibliothek, in der die Nutzer alle möglichen Sachen ausprobieren und herstellen können.

In der Sello Bibliothek werden sowohl Nähmaschinen und Textildruckmaschinen als auch 3D-Drucker kostenlos zur Verfügung gestellt. Man kann sich also nicht nur neu einkleiden oder die eigene Garderobe etwas auffrischen, sondern auch seine Wohnung neu dekorieren mit den Kunstwerken aus den 3D-Druckmaschinen. Die Nutzer der Sello Bibliothek sind dabei sehr kreativ – von Drachen bis Zauberstäbe aus Harry Potter.

Hier entstehen die Kunstwerke der Nutzer.
Die Nähecke der Sello Bibliothek verfügt auch über einen kleinen Vorrat an Stoffresten für die Nutzer.

Für die Musikliebhaber stellt die Bibliothek Instrumente, die bis zu 28 Tagen ausgeliehen werden können, und sogar ganze Tonstudios für Bandproben und Musikaufnahmen bereit.

Eins der Tonstudios, die in der Sello Bibliothek angeboten werden.

Auch für die Kinder und Jugendlichen gibt es viel zu erleben. In der Kinderabteilung können die Kleinen mit Kuscheltieren spielen, in der Jugendabteilung dagegen gibt es sogar Tischkicker und Playstation zur Auswahl.

Die zweite Bibliotheksführung fand in der Pasila Bibliothek statt.

Das Gebäude der Pasila kirjasto wurde eigens für die Bibliothek gebaut. Der Architekt hat sich dabei eine besondere Geschichte ausgedacht.

Sieht man von der oberen Etage auf die untere, kann man an der Wand eine Welle erkennen, die die Milchstraße darstellen soll. Die von der Decke hängenden Seile tragen die Planeten. Die Lampen um den Brunnen herum sind die Ringe von Saturn. Der Brunnen selber jedoch soll das Zentrum des Universums darstellen – genannt „the well of knowledge“, der Brunnen des Wissens. Ziemlich passend für eine Bibliothek.

Das ganze Universum in nur einer Bibliothek

In der Pasila Bibliothek ist ein Schwerpunkt die Sprache. Neben den Grundsprachen Finnisch, Schwedisch sowie Englisch und Deutsch, gibt es eine große Multilingual Collection. Die Nutzer können dort Bücher in Chinesisch, Persisch, Arabisch, Russisch und vielen weiteren finden.

Für die Menschen in Helsinki, die noch kein Finnisch sprechen gibt es ein Sprachencafé, indem Anfänger sich treffen um zu lernen. Dieses Sprachencafé heißt der S-Point, wobei das S für Suomi, das finnische Wort für Finnland, steht.

Einige weitere Highlights sind die vielen Kunstausstellungen. Die Plätze an den Wänden oder in den Vitrinen können von allen möglichen Künstlern, selbst Hobbykünstlern, gebucht werden. Die Buchung kostet nichts.

Zwischen den Regalen der Bibliothek lassen sich außerdem immer wieder kleine Skulpturen finden.

„Die Sieben Brüder“ sind nicht nur Skulpturen in der Bibliothek, sondern auch das Buch des finnischen Autoren Aleksis Kivi.
Die Skulptur „Life of the reader“ stellt den Bücherturm als die verschiedenen Lebensstufen eines Lesers da.

Ab in die Natur

In meiner ersten Woche war bereits viel los, denn es fand nicht nur eine Autorenlesung statt, sondern auch noch gleichzeitig die offzielle Bücherschenkung von der österreichischen Botschaft an die Deutsche Bibliothek. Die neuen Bücher waren bei den Besuchern der Autorenlesung sehr beliebt, so dass gleich die ersten ausgeliehen wurden.

Die Spenden der österreichischen Botschaft werden am Eingang der Bibliothek extra ausgestellt,

Der österreichische Autor Andreas Jungwirth präsentierte am Dienstagabend sein Buch „Schwebezustand“ und las einige Seiten daraus vor. Zudem erzählte er mehr über seine Schreibworkshops mit Jugendlichen sowie seinem eigenen Werdegang und die Zusammenarbeit mit seinem Verlag.

Für die Lesung steht schon alles bereit.

Aber auch wenn keine Veranstaltung in der Bibliothek stattfindet, gibt es einiges zutun.

Eine wichtige Zielgruppe für die Bibliothek sind die Schulen, in denen Deutschunterricht stattfindet. Es werden für die Schulklassen nicht nur Führungen angeboten, sondern auch Bücherpakete, die extra auf die Wünsche bzw den Lehrplan des Lehrers zugeschnitten sind. So können die Klassen z.B. verschiedene Übersetzungen vergleichen, Vorträge über die Bücher halten oder schlichtweg damit lesen üben.

Diese Schulen müssen allerdings erst von den anderen Schulen, die zwar Deutschunterricht anbieten aber derzeit keine aktiven Deutschklassen haben, herausgefiltert werden. Anschließend müssen die Adressen und die jeweiligen Deutschlehrer recherchiert werden, bevor die Angebote der Deutschen Bibliothek an sie geschickt werden können.

Neben den Schulen interessiert sich auch die Universität Helsinki für die Deutsche Bibliothek. Jedes Jahr gibt es einen Germanistik-Studiengang. Die Studenten sieht man vor allem jetzt zu Beginn des Semesters für Einführungen oder Suchaufträge zwischen den Bücherreihen.

Natürlich unternehme ich auch außerhalb der Arbeit viel in Helsinki:

Am Wochenende kam schon mein erster Besuch aus Deutschland. Für uns hieß es dann: Ab in die Natur! Denn trotz schlechter Wettervorhersage machten wir uns auf in den Nuuksio Nationalpark.

Der Nuuksio Nationalpark ist einer der kleinsten Nationalparks in Finnland, dafür aber auch einer von denen, die Helsinki am nächsten liegen. Die verschiedenen Wanderwege sind mit Farben gekennzeichnet. Ich kann einen Besuch in den Wäldern des National Parks nur empfehlen!

Unter der Woche besuchten wir dann die Hauptattraktionen von Helsinki. Am beeindruckensten war wohl die Festungsinsel Suomenlinna.

Auf den insgesamt sechs miteinander verbundenen Inseln leben ca 800 bis 900 Einwohner. Es gibt ein Krankenhaus, eine Feuerwehr, eine Grundschule und natürliche jede Menge Wanderwege und Sehenswürdigkeiten für uns Touristen.

Damit sind auch schon die ersten beiden Wochen meines Aufenthalts um. Bisher waren meine Tage hier sehr aufregend. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Wochen.

Ankunft und erste Eindrücke

Am Samstag, den 31.08.2019, bin ich endlich nach langen Monaten der Planung in Helsinki gelandet. Der Weg zum Zug und anschließend zur Unterkunft verlief trotz schwerem Koffer erfolgreich – mit minimalen Orientierungsproblemen.

In der Unterkunft angekommen, ging es auch gleich wieder los auf die Suche nach einem Supermarkt. Zum Glück befinden sich hier in der Nähe gleich mehrere, so dass ich ohne Probleme etwas Essbares finden konnte.

Am Sonntag besuchte ich die Innenstadt von Helsinki. Zu allererst ging ich den Weg vom Hauptbahnhof bis zu meiner Praktikumsstätte, der Deutschen Bibliothek, ab.

Natürlich habe ich mir auch an meinem ersten Tag noch den Dom zu Helsinki, die Uspenski-Kathedrale und den Hafen angeschaut. Einiges in Helsinki kam mir noch von einem Kurztrip im Frühjahr bekannt vor. Dieser Trip und Google Maps waren vermutlich die einzigen Gründe, wieso ich mich nicht sofort hoffnungslos verlaufen habe.

Am Montag fing dann mein erster Arbeitstag in Helsinki an.

Die Deutsche Bibliothek verfügt insgesamt über 300 m² Fläche, inklusive Lagerräume, auf der über 40.000 Medien untergebracht sind, darunter auch eine ausführliche Fennica-Sammlung (sprich, Bücher aus oder über Finnland in deutscher Übersetzung). In der Bibliothek herrscht eine gemütliche und ruhige Stimmung, es gibt deckenhohe Bücherregale und behagliche Leseecken.

An meinem ersten Tag habe ich erst einmal alle Kollegen kennengelernt und einige organisatorische Sachen geklärt. Des Weiteren wurde mir der Aufbau der Bestände sowie der Ablauf der technischen Buchbearbeitung gezeigt.

Während meiner Praktikumszeit finden mehrere Veranstaltungen, wie beispielsweise die Deutschmesse und die Buchmesse, statt. Gleich am Dienstag efolgt eine erste Autorenlesung.

Ich bin gespannt, wie meine nächsten Tage hier verlaufen werden.

Zum Abschluss meines ersten Blogeintrages noch ein paar Bilder von der Deutschen Bibliothek:

Am Eingang der Bibliothek werden die Nutzer mit Hörbüchern und ausgestellten Medien empfangen.
Nur mit Leitern kann man alle Bücher erreichen.
Gleich neben der Fennica-Sammlung befindet sich eine gemütliche Fensterbank.