Im Rahmen meines Praktikums organisierten meine Kollegen mir einige Führungen in die öffentlichen Bibliotheken Helsinkis.
Meine erste Führung war in der Sello Bibliothek in Espoo.
Die Sello Bibliothek verfügt über einen beeindruckenden Makerspace. Ein Makerspace ist sozusagen eine offene Werkstatt in der Bibliothek, in der die Nutzer alle möglichen Sachen ausprobieren und herstellen können.
In der Sello Bibliothek werden sowohl Nähmaschinen und Textildruckmaschinen als auch 3D-Drucker kostenlos zur Verfügung gestellt. Man kann sich also nicht nur neu einkleiden oder die eigene Garderobe etwas auffrischen, sondern auch seine Wohnung neu dekorieren mit den Kunstwerken aus den 3D-Druckmaschinen. Die Nutzer der Sello Bibliothek sind dabei sehr kreativ – von Drachen bis Zauberstäbe aus Harry Potter.


Für die Musikliebhaber stellt die Bibliothek Instrumente, die bis zu 28 Tagen ausgeliehen werden können, und sogar ganze Tonstudios für Bandproben und Musikaufnahmen bereit.

Auch für die Kinder und Jugendlichen gibt es viel zu erleben. In der Kinderabteilung können die Kleinen mit Kuscheltieren spielen, in der Jugendabteilung dagegen gibt es sogar Tischkicker und Playstation zur Auswahl.
Die zweite Bibliotheksführung fand in der Pasila Bibliothek statt.
Das Gebäude der Pasila kirjasto wurde eigens für die Bibliothek gebaut. Der Architekt hat sich dabei eine besondere Geschichte ausgedacht.
Sieht man von der oberen Etage auf die untere, kann man an der Wand eine Welle erkennen, die die Milchstraße darstellen soll. Die von der Decke hängenden Seile tragen die Planeten. Die Lampen um den Brunnen herum sind die Ringe von Saturn. Der Brunnen selber jedoch soll das Zentrum des Universums darstellen – genannt „the well of knowledge“, der Brunnen des Wissens. Ziemlich passend für eine Bibliothek.

In der Pasila Bibliothek ist ein Schwerpunkt die Sprache. Neben den Grundsprachen Finnisch, Schwedisch sowie Englisch und Deutsch, gibt es eine große Multilingual Collection. Die Nutzer können dort Bücher in Chinesisch, Persisch, Arabisch, Russisch und vielen weiteren finden.
Für die Menschen in Helsinki, die noch kein Finnisch sprechen gibt es ein Sprachencafé, indem Anfänger sich treffen um zu lernen. Dieses Sprachencafé heißt der S-Point, wobei das S für Suomi, das finnische Wort für Finnland, steht.
Einige weitere Highlights sind die vielen Kunstausstellungen. Die Plätze an den Wänden oder in den Vitrinen können von allen möglichen Künstlern, selbst Hobbykünstlern, gebucht werden. Die Buchung kostet nichts.
Zwischen den Regalen der Bibliothek lassen sich außerdem immer wieder kleine Skulpturen finden.

